Challenge Bibendum im Großraum Berlin beweist erneut den alltagstauglichen Einsatz von Elektrofahrzeugen unter Extrembelastungen

Mit zwei Elektroautos stellte sich das ElektroFahrzeug-Institut (EFI) bei der elften Michelin Challenge Bibendum 2011 dem Wettbewerb. Auf einer der weltweit wichtigsten Veranstaltungen zum Thema nachhaltige Mobilität traten die zwei EFI-Teams bei der 300 km Überland-Rallye rund um Berlin in zwei Tesla Roadster an, um zu zeigen, dass Elektromobilität und Alltagstauglichkeit sich nicht ausschließen. Im Fokus standen bei der Rallye die Kategorien Verbrauchseffizienz, CO2-Emissionen (Well-to-Wheel), Beschleunigung, Bremsweg und Geräuschentwicklung sowie Handling und Lokale Emissionen.

Die Fahrzeuge reihten sich in den üblichen Stadt- und Überlandverkehr ein. Die Strecke war also keine abgesperrte Teststrecke oder gar ein Kreisverkehr innerhalb des Flughafengeländes (Berlin-Tempelhof), sondern „Mitwöchentlicher“ Berufs- und Alltagsverkehr aus der Metropolcity Berlin heraus und am Abend wieder hinein. Dazwischen lagen etliche Checkpoints, die innerhalb vorgegebener Zeiten (unabhängig von z.B. geschlossenen Bahnschranken oder LKW-Verkehr) erreicht  werden mussten sowie einzelne Sonderprüfungen mit Strecken- und Zeitvorgaben. Ein ADAC-Testparcours, der es in sich hatte, gehörte ebenso dazu: Mit Haarnadelkurven, Beregnungsanlage, Aquaplaning-Simulation und beweglichen Bodenplatten zur seitlichen Fahrzeugversetzung und zum Test des Fahrerreaktionsvermögens sowohl der Fahrzeuge wie auch der Fahrer verlangte dieser alles an Geschicklichkeit, Konzentration und Leistungsvermögen den Teams ab.

Wacker schlugen sich dabei die beiden Tesla-Pioniere, die dann auch auf den vorderen Rängen mitmischten:
Insgesamt konnten beide Teams jeweils Auszeichnungen in den Kategorien „Lokale Emissionen“, „Well-to-Wheel-CO2-Emissionen“ und „Beschleunigung“ einfahren. Zudem gab es eine Auszeichnung für die „Verbrauchseffizienz durch besonders sparsame Fahrweise“.
Beim besten EFI-Team lag dies bei beachtlichen 131 Wh/km (ab Batterie), trotz 2 x ADAC-Parcours, Beschleunigungstest und 300 Gesamtkilometer nach Zeitvorgabe in Stadt und über Land. Immerhin wären nach Abschluss der Rallye für die beiden Fahrzeuge noch weitere ca. 80 km bei dieser disziplinierter Fahrweise Restreichweite drin gewesen.

„Ein Reichweitenproblem mit heutiger Technik können wir bei der Elektromobilität aus unserer und inzwischen langjährig praxiserprobter Sicht überhaupt nicht erkennen, allenfalls ein Bedarfsanalyse-Problem durch die Nutzer. Und ich betone, das gilt längst nicht nur für einen Tesla, sondern durchaus für andere, erschwinglichere Serien-E-Fahrzeuge im Markt“, so Patrick Zankl, Geschäftsführer des Elektrofahrzeug-Instituts.
Und weiter: „Es ist schon kurios mit unseren seit vielen Jahren durch Werbebotschaften unserer Auto- und Begleitindustrie erzielten, sogenannten Mobilitätsansprüchen: Zu Hause analysieren wir im Detail unsere Strom- und Heizkosten, treffen Maßnahmen für günstigere Einkaufsgewohnheiten und sonstige Kostentreiber im Haushalt. Sobald wir jedoch in unsere Autos steigen, bewegen wir jeden Tag für eine Warmlaufphase von gerade mal 80 km und deutlich weniger regelmäßig etwa 1,5 bis 2,5 Tonnen Masse bei 5 Sitzen mit durchschnittlich 1,2 Personen pro Fahrzeug an der Tankstelle vorbei zur Arbeit, zum Einkauf oder Bekannten und verbrennen dabei mehr vergängliche Energie, als wir zur reinen Fortbewegung eigtl. benötigten – es kommt mit Verbrennungstechnologie ja nur ein Bruchteil als Bewegung an, der Rest wird schlicht als Wärme in die Luft verbrannt.
Mit Effizienz, Generationenbewusstsein oder ganz profan Kosteneinsparung beim Haushaltskostentreiber Nr.1 hat das wenig zu tun. Dies erscheint völlig irrational, spätestens seit dem Moment an, von dem man erkennt, dass es bereits völlig ausreichend ausgereifte, käufliche Serien-Elektrofahrzeuge, auch in Deutschland gibt.“

Mit 70 Ausstellern und rund 200 Fahrzeugen bot die diesjährige, diesmal in Deutschland platzierte Michelin Challenge Bibendum, die vom 18. bis 22. Mai in Berlin stattfand, breitgefächerten Einblick in die Fortschritte nachhaltiger Mobilität. Das ElektroFahrzeug-Instiut war als aktives und beratendes Mitglied des Bundesverbandes Solare Mobilität (BSM) Bestandteil der großen Ausstellung rund um kaufbare Elektromobilität und funktionierende Ladeinfrastruktur.