Elektromobilitäts-Check auf der IAA 2010 für Nutzfahrzeuge

Kurzbesuch auf der IAA am Vormittag des 28.9.10 mit Fokus auf die Hallen 12-16, da sich dort die Anbieter von Leicht-Nutzfahrzeugen konzentrierten, von denen man ausgehen konnte, dass sich hier überwiegend Anbieter von Elektrofahrzeugen präsentieren.

Bei diesem Besuch ging es darum festzustellen, ob und wie sich die ausstellenden Hersteller von Nutzfahrzeugen elektromobil aufstellen. Hierbei ging es weniger darum, die technischen Errungenschaften an sich zu identifizieren, sondern um das Firmen-Selbstverständnis im Umgang mit Elektromobilität sowie deren Vermittlung nach Außen.

In chronologischer Reihenfolge des Kurzbesuchs:

Peugeot:
großer Stand mit ca. 15 Fahrzeugen; davon 2 recht zentral präsentierte E-Fahrzeuge: iOn und ein Umbau, zwei Peugeot-Pedelecs

Citroën in Kooperation mit 8energy:
großer Stand mit ca. 15 Fahrzeugen, davon randlich aber auffällig präsentiert zwei Elektrofahrzeuge: der Zéro und ein Umbau.
8energy Kooperationspartner von Citroën, die eine Ladesäule in zwei Verianten basierend auf Mennekes-Anschluss konzipiert und die IT-Infrastruktur entwickelt haben.

EcoCraft:
kleiner Stand mit 2 EcoCarrier, die die Variabilität des Konzeptes veranschaulichen

EDAG GmbH & Co. KGaA:
relativ kleiner Stand mit anschaulicher Präsentation des in einem Open-Source-Projekt initiierten Fahrzeugchassis der Golf-Klasse mit Powertrain-Komponenten von 8 mitwirkenden Firmen. Leichtbauelemente bestehend aus „verbackenem“ Granulat mit vergleichbaren Eigenschaften zum sehr viel teueren CFK.

Ford:
mittelgroßer Stand mit gut 15 Fahrzeugen, darunter ein Ford Transit Electric, jedoch nicht auf dem ersten Blick zu finden; Ford Standbetreuung musste auch erst suchen ...

Daimler-Konzern:
größter Aussteller verteilt auf Hallen 14 und 15 als gesamt gestaltete, für sich abgeschlossene Ausstellungs- / Show“room“-Einheit mit massivem Fokus auf zahlreiche Hybrid-Fahrzeuge (Freightliner M2 Hybrid, Fuso Canter Eco Hybrid, Sprinter Hybrid etc.) sowie Wasserstoff (Citaro Fuel-Cell)

Iveco:
mittelgroßer Stand mit Fahrzeug-Fokus auf alternative Antriebe; auffällige Positionierung und Präsentation des Iveco Electric; interessant ist die Kooperation mit DHL, die 8 Iveco Electric gekauft und im Einsatz haben.

Superbus:
langgezogener Stand mit einem außergewöhnlichen Projekt der Uni Delft: Vollelektrisches Fahrzeugkonzept auf Leichtbau Karbonfaser basierend, quasi Zwitter zwischen Strechlimousine und Bus mit Hochleistungsdaten: 15 m lang, 2,5 m breit, 1,65 m hoch, 10 t zulässiges Gesamtgewicht; 400 kW Elektromotorleistung, Reichweite 210 km, Höchstgeschwindigkeit 250 km/h.



Opel:
mittelgroßer Stand mit ca. 15 Fahrzeugen, darunter sehr auffällig, weil leuchtend rot lediglich der Vivaro als Hybrid-Studie für ca. 100 km elektrisch autark und für insgesamt 400 km; Akkus würden bei Verbrennungsantrieb wieder geladen werden, somit mit Emissionen verbunden.

Renault:
großer Stand mit ca. 15 Fahrzeugen, darunter mehrere Elektrofahrzeuge (Kangoo Rapid Z.E., allerdings kein Fluence Z.E.), die schnell auffallen

Fräger / German Ecars:
mittelgroßer Stand mit Fahrzeugpräsentation sowie Powertrain als Exponat; der Plantos ist derzeit noch eine Studie. Ein Kaufpreis dürfte im Produktionsfalle um die 60.000 € liegen. Der Fahrzeughersteller ist ein südost-europäisches Unternehmen, das offensichtlich noch ungenannt bleiben will (Newcomer auf dem Fahrzeugmarkt).

Im Kontrast zu vorgenannten Firmen zeigten sich Großaussteller wie VW mit ca. 25 Fahrzeugen, MAN mit ca. 20 Fahrzeugen und Nissan mit ca. 15 Fahrzeugen ganz offensichtlich ohne elektromobile Produkte und Fahrzeugkonzepte.

Fiat hat einen großen Fokus auf Erdgas und bivalente Antriebe in Kombination mit Benzin und Erdgas.

Fazit: da es bei diesem Besuch lediglich um schnellst mögliche Identifizierung elektromobiler Präsenz automobiler Hersteller ging, ist festzustellen, dass die Konzerne hierbei sehr unterschiedlich aufgestellt waren, also bestenfalls eine Tendenz abgeleitet werden kann: ja, die Elektromobiltät spielt insbesondere im Leicht-Nutzfahrzeugbereich bereits eine erkennbare Rolle.